Das Unsichtbare  01- 09

Zitate aus „Der unsichtbare Apfel“ von Robert Gwisdek | KiWi-Taschenbuch | 8. März 2014 | gefertigt Januar 2018, Nudelbuchstaben auf Leinwand, 9 Reliefs 20 cm x 20 cm (inklusive Schattenfugenrahmen), Preis auf Anfrage


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Das Unsichtbare  01

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„Alles schien ihm logisch und von großer Schönheit und er war es müde, über irgendetwas nachzudenken.“

Zitat aus „Der unsichtbare Apfel“ von Robert Gwisdek | KiWi-Taschenbuch | 8. März 2014 | Seite 144-145


Das Unsichtbare  02

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„Langsam dehnte sich eine leise, stechende Verliebtheit in ihm aus und er atmete schluchzend ein. Er verstand, dass all sein Hass und seine Verzweiflung der vergangenen Wochen und Monate, vielleicht sogar Jahre, eine Lüge waren. Ein tragisches Spiel, ein Stein, eine Angstgeburt, eine Fehleinschätzung. Er musste sich eingestehen, dass er unwiederbringlich und widerstandslos verliebt war. Weder wusste er, warum, noch wusste er, worin. In den Wind, in das Mondlicht, in die Hütte, in der er lag, und in die acht schönen Kinder, die so merkwürdige Dinge sprachen. So verwirrend all das war, schien es ihm doch unendlich warm und er fühlte sich tatsächlich aufgenommen von dieser merkwürdigen Welt mit all ihren bizarren Zeichen und Gestalten, mit ihren blutrünstigen Fallen und fürchterlichen Spielen. Es gab keinen Zweifel daran, dass er sie liebte. Sein Hass war nur ein Sehnen. Ein unerfülltes Verlangen, wieder mit seiner tödlich geliebten Welt vereint zu sein. Er stieß einen schmerzhaften Ton aus. Wie albern es nun schien, sie zerstören zu wollen, wenn sie doch so voller Schönheit war. Er nahm die Hände vor das Gesicht und fluchte leise. Ihn überkam eine unendliche Freude darüber, am Leben zu sein, und wieder musste er kurz lachen. Dann schüttelte er ein paarmal heftig mit dem Kopf und begann zu weinen.“

Zitat aus „Der unsichtbare Apfel“ von Robert Gwisdek KiWi-Taschenbuch | 8. März 2014 | Seite 154


Das Unsichtbare  03

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„Atme es, aber sprich nicht darüber. Singe es, aber schreibe es nicht. Du kannst das Schauen nicht finden wie eine Ameise unter einem Stein. Es ist unsichtbar, denn es ist dein Schauen. Narrheit und folge mir. Wir werden schon einen Apfel für dich finden.“

Zitat aus „Der unsichtbare Apfel“ von Robert Gwisdek | KiWi-Taschenbuch | 8. März 2014 | Seite 168-169


Das Unsichtbare  04

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„»Beginne mit dem Kreis«, sprach die Welt. »Es ist deine Schuld, dass er ausschlägt. Deinetwegen ist er aus der Balance und er wird nicht aufhören, bis du ihn zur Ruhe gebracht hast.«“

Zitat aus „Der unsichtbare Apfel“ von Robert Gwisdek KiWi-Taschenbuch | 8. März 2014 | Seite 173


Das Unsichtbare  05

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„»Du weißt nicht viel über Kreise, nicht wahr?« Igor war überrascht. »Ich weiß generell nicht besonders viel, muss ich gestehen. Die Welt gibt mir seit Längerem nichts als Rätsel auf. Bisher war ich nicht fähig, sie zu begreifen oder zu einem größeren Bild zusammenzusetzen. Ich leide unter schmerzhaften Erinnerungen an eine andere Welt. Sie ist mir fremd und scheint vollkommen anderen Gesetzen unterworfen zu sein als diese hier. Manchmal kann ich gar nicht mehr mit Sicherheit sagen, welche von beiden die eigentliche ist. Ab und an gebe ich mich dem Wahn hin, dass die Bilder, die ich sehe, einmal ein tatsächliches Leben waren. Aber von wem, weiß ich nicht zu sagen.«“

Zitat aus „Der unsichtbare Apfel“ von Robert Gwisdek KiWi-Taschenbuch | 8. März 2014 | Seite 220-221


Das Unsichtbare  06

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„Was, wenn du einen Schwächeanfall erlangst und zusammenbrichst? Es wäre unverantwortlich gegenüber deiner Aufgabe, wenn du in deinem Alter nicht dafür Sorge tragen würdest, einen Nachfolger zu finden.“

Zitat aus „Der unsichtbare Apfel“ von Robert Gwisdek KiWi-Taschenbuch | 8. März 2014 | Seite 238


Das Unsichtbare  07

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„»Was ist so wichtig an dem Apfel? Es gibt doch viele.« »O nein, es gibt sehr wenige von ihnen«, spuckte der alte Mann. »Außerdem ist es mein Apfel, ich habe ihn gefunden und ich werde ihn behalten, niemand anderes wird ihn nehmen.« Igor konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. »Aber er ist dir doch vollkommen unnütz! Du kannst ihn ja noch nicht einmal hervorholen, geschweige denn essen. Außerdem, was heißt das: Es ist dein Apfel? Viele sollst du haben, es gibt Tausende, wo ich herkomme, nur wirst du sie nicht finden können, wenn du dein Leben damit verschwendest, hier herumzuzerren. Lass deinen Apfel los und folge mir. Wir suchen dir einen neuen.« Der alte Mann holte mit seiner freien Hand aus und schlug Igor ins Gesicht. »Du lügst! Meinen Apfel willst du! Du bist vom Volke der K. Ich sehe es dir an! Nichts wirst du bekommen. Genug habt ihr euch genommen. Dieser hier gehört zu mir.«“

Zitat aus „Der unsichtbare Apfel“ von Robert Gwisdek KiWi-Taschenbuch | 8. März 2014 | Seite 224


Das Unsichtbare  08

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„Frage dich ein für alle Mal, willst du wirklich den Apfel oder willst du einfach nur nicht aufgeben, wofür du so viel Zeit deines Lebens verschwendet hast? Du kannst nicht umdenken, weil sonst alles umsonst wäre, was du bisher getan hast. Aber wenn es dir wirklich um den Apfel geht und nicht um deinen kleinlichen Trotz, beende hiermit deine Narrheit und folge mir. Wir werden schon einen Apfel für dich finden.“

Zitat aus „Der unsichtbare Apfel“ von Robert Gwisdek KiWi-Taschenbuch | 8. März 2014 | Seite 246


Das Unsichtbare  09

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„Igor sah in ihre Gesichter und spürte eine unangenehme Verantwortung. Am liebsten hätte er sich entschuldigt und wäre gegangen.“

Zitat aus „Der unsichtbare Apfel“ von Robert Gwisdek KiWi-Taschenbuch | 8. März 2014 | Seite 248