Vielen Dank für den schönen Abend – Vernissage * Ordnung | Sinn | Poesie

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„Die Buchstaben erklären dir niemals mehr, um was es ging.“

                              Frederike Kintscher 

Mit ihren Sprachskulpturen erschafft Frederike Kintscher organisch wirkende, skulpturale Behausungen für die Gefühle und Formideen, die sie beim Lesen von Romanen, Gedichten oder Songtexten entwickelt. Sie erschafft dabei Werke von eigener skulpturaler Poesie, die in ihrer Vergänglichkeit, ihrer trotzigen Zerbrechlichkeit eigentümlich rühren.

Dafür bricht sie zunächst fast brutal mit der Ordnungs- und Sinnstruktur der Originale. Sie zerlegt die im Text horizontal angeordneten Worte und Sätze in ihre einzelnen Buchstaben. Dabei sucht sie nicht nach der „Wahrheit“ oder dem „Sinn“ in diesem Prozess der Zergliederung und Analyse. Sie zählt. Und zwar jeden einzelnen Buchstaben. Erst im Originaltext, dann aus Tüten voll vergänglicher Buchstabennudeln. Und zwar genau die dem Text entsprechende Anzahl der Lettern. Mit den Nudeln lässt sie korallenartig die fragilen Gebilde ihrer Vorstellungswelt aus alten Wurzeln, Glasballons oder Wänden hinauswachsen, die nichts mehr vom alten Sinn erzählen, aber einem neuen Sinn und Gefühl eine Heimat aus Buchstaben geben.

Die Länge der ausgewählten Textpassagen bestimmt dabei auch die Größe und mögliche Formen der Skulpturen. Denn es braucht schlicht genügend Buchstaben, um bestimmte Formen bauen zu können. Kintscher hatte lange mit Materialien und Formaten experimentiert, bevor sie sich auf die Nudeln festlegte. Eigentlich wollte sie groß bauen. Die Nudeln waren ein Behelf, um einfach und billig experimentieren zu können. Doch sie erwiesen sich als perfekt mit ihrem organischen Aussehen und der dreidimensionalen Klebefläche, die mit Pinzette, Sekundenkleber und viel Geduld die minutiöse Auftürmarbeit erst ermöglicht.

Für neue Arbeiten experimentiert Kintscher derzeit mit anderen Buchstaben-formen, -größen und -materialien. Bestimmend für ihre Arbeit wird auch dabei der Mix aus Chaos und Ordnung sein.

„Ich räume auf, bis der Sinn weg ist und nur noch das Gefühl bleibt, das ich dabei hatte.“


„The letters never explain to you anymore what it was about.”

                              Frederike Kintscher 

With her letter sculptures  Kintscher creates organic homes for feelings and ideas that she developed reading poetry, song lyrics and prose. Her works evoke a sculptural poetry that touch through their perishable but defiant fragility.

To get to these results she almost brutally breaks up the structural order of the original – as well as its meaning. She deconstructs the horizontal order of the original words and sentences, focusing on the letters only. Now she replaces „truth“ or „meaning“ with a new analytical order. She counts. Every single letter. First in the original text, then from bags of perishable noodle letters. She meticulously recounts the number of letters in the original text. Using these as her „material“, she makes the letters grow like fragile coral on old roots, glass balloons or walls. The original meaning is lost, but a new sense and feeling finds a home in her sculpture.

The length of the original text passages therefore defines the size and possible shape of her sculptures.

Kintscher extensively experimented with materials and formats before choosing noodle letters. Her original idea was to build big, but noodles seemed the more doable and cheaper option. They proved a perfect building material with their organic looks and the three dimensional surface that allowed for meticulous handling with tweezers, super glue and a lot of patience.

For new works Kintschers currently experiments with different letter shapes, materials and sizes.

„I clean up, until only the feeling remains that I had doing it.“


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